Kurz gesagt: Der Profilzylinder (auch Europrofilzylinder oder Schließzylinder) ist das Bauteil, in das Sie den Schlüssel stecken. Er geht quer durch das Einsteckschloss, wird von einer einzigen Schraube an der Türkante gehalten und lässt sich tauschen, ohne das Schloss zu wechseln. Sie erkennen ihn an drei Merkmalen: der Schlüsselloch-Form, der Stulpschraube auf gleicher Höhe und dem kurzen, flachen Schlüssel. Wenn Sie ihn ohnehin tauschen, können Sie ihn auch durch einen smarten Zylinder wie 1Control DORY ersetzen, der nur den Profilzylinder ersetzt.
Dieser Ratgeber zeigt, wie ein Profilzylinder aufgebaut ist, wie er funktioniert, wie Sie ihn von einem Bartschloss unterscheiden, wie Sie ihn ausmessen und worauf es bei der Sicherheit ankommt.
Was ist ein Profilzylinder?
Der Profilzylinder ist der Teil des Schlosses, der den Schlüssel erkennt. Er ist nicht das ganze Schloss: Das Schloss ist der Kasten in der Tür mit Falle und Riegel. Der Zylinder ist das Teil, das Sie von außen und innen sehen und das, wenn der Schlüssel passt, das Schloss betätigt.
Seinen Namen hat er vom Querschnitt: oben rund, unten schmaler, wie ein umgedrehter Tropfen. Dieses Profil ist in Deutschland in der DIN 18252 genormt und bei fast allen europäischen Herstellern gleich. Deshalb lässt sich ein Zylinder einer Marke bei gleichen Maßen durch einen anderen ersetzen. Profilzylinder sitzen in den meisten neueren Haustüren und Wohnungseingangstüren und in vielen Innentüren aus Holz, Aluminium oder Kunststoff.
Aufbau: die Teile eines Profilzylinders
Ein Standard-Profilzylinder besteht aus wenigen Teilen:
- Gehäuse (Stator): der Metallkörper mit dem Tropfenprofil, der fest im Schloss sitzt;
- Zylinderkern (Rotor): dreht sich mit dem Schlüssel; beim Doppelzylinder gibt es auf jeder Seite einen;
- Stifte und Gegenstifte mit Federn: sie sperren den Kern, bis der richtige Schlüssel sie ausrichtet;
- Schließbart: der kleine Hebel in der Mitte des Zylinders, der beim Drehen das Schloss betätigt;
- Gewindebohrung für die Stulpschraube: in der Mitte des Gehäuses, unter dem Schließbart; hier hält die Schraube den Zylinder.
Diese eine Schraube macht den Profilzylinder so praktisch: Ist sie gelöst, zieht man den Zylinder aus dem Schloss, ohne sonst etwas abzubauen.
So funktioniert ein Profilzylinder
Beim Einstecken schieben die Einschnitte des Schlüssels die Stifte auf die richtige Höhe. Passt der Schlüssel, liegen alle Stifte genau an der Trennlinie zwischen Kern und Gehäuse, und der Kern kann sich drehen. Dabei nimmt er den Schließbart mit, der Falle und Riegel bewegt: So wird die Tür auf- und abgeschlossen.
Mit dem falschen Schlüssel bleibt mindestens ein Stift über der Trennlinie, und der Kern dreht sich nicht. Sicherheitszylinder arbeiten nach demselben Prinzip, aber mit mehr Stiften, besonders geformten Stiften oder zusätzlichen Sperren, die das Öffnen ohne Schlüssel erschweren.
Viele Zylinder haben eine Not- und Gefahrenfunktion: Sie schließen von einer Seite auch dann, wenn auf der anderen Seite ein Schlüssel steckt. Praktisch, wenn jemand innen den Schlüssel stecken gelassen hat.
So erkennen Sie einen Profilzylinder an Ihrer Tür
Drei Prüfungen bei offener Tür genügen:
- Die Form: Schauen Sie von außen auf den Zylinder. Sehen Sie das Tropfenprofil (oder nur ein rundes Loch mit dem Schlüssel, wenn der Zylinder unter einer Abdeckung liegt), ist es sehr wahrscheinlich ein Profilzylinder.
- Die Stulpschraube: An der Türkante, auf der Metallleiste mit Falle und Riegel, sitzt auf Höhe des Zylinders eine Schraube. Sie hält ihn.
- Der Schlüssel: Ein Profilzylinder-Schlüssel ist kurz und flach, mit Einschnitten an einer Kante oder mit Mulden auf der Fläche (Wendeschlüssel).
Ist der Schlüssel dagegen lang, mit Schaft und Bart, und gibt es keine Zylinderschraube an der Türkante, haben Sie ein Bartschloss (Buntbart- oder Doppelbartschloss). Dort gibt es keinen Zylinder zum Herausziehen: Für einen Profilzylinder muss das Schloss zuerst umgerüstet werden. Wie das geht, steht im Ratgeber Buntbartschloss gegen Profilzylinder tauschen.
| Worauf Sie achten | Profilzylinder | Bartschloss |
|---|---|---|
| Schlüssel | Kurz und flach, mit Einschnitten oder Mulden | Lang, mit Schaft und Bart |
| Schlüsselloch | Tropfenprofil, oder rundes Loch unter einer Abdeckung | Schlitz ohne sichtbaren Zylinder |
| Türkante | Schraube auf Höhe des Zylinders | Keine Zylinderschraube |
| Tausch | Nur der Zylinder wird getauscht | Umrüstung oder neues Schloss nötig |

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Die Varianten: Doppel-, Halb- und Knaufzylinder
Das Profil bleibt gleich, die Bauform hängt von der Tür ab:
- Doppelzylinder: Schlüssel auf beiden Seiten; die häufigste Form an Eingangstüren. Ein Doppelzylinder ist also kein Gegensatz zum Profilzylinder, sondern eine Bauform davon;
- Knaufzylinder: außen Schlüssel, innen Knauf; Sie schließen von innen, ohne den Schlüssel zu suchen;
- Halbzylinder: Schlüssel nur auf einer Seite; für Garagentore, Rolltore, Schaltkästen und Schlüsselschalter;
- Zylinder mit Not- und Gefahrenfunktion: schließt, wie oben beschrieben, auch bei innen steckendem Schlüssel.
Daneben gibt es Zylinder mit anderen Profilen, etwa Rund- oder Ovalzylinder. Sie passen nicht in ein Schloss für Profilzylinder.
Profilzylinder richtig ausmessen
Gemessen wird in zwei Teilen, jeweils von der Mitte der Stulpschraube aus:
- Außenseite (A): von der Schraubenmitte bis zum äußeren Ende des Zylinders;
- Innenseite (B): von der Schraubenmitte bis zum inneren Ende.
Die Maße werden so angegeben: 30/35, 35/40 und so weiter, in Millimetern. Die Gesamtlänge ist die Summe. Beide Seiten sind selten gleich, weil das Schloss nicht immer in der Mitte der Türstärke sitzt und auf einer Seite ein Beschlag oder Schutzbeschlag aufträgt.
Die Faustregel: Der Zylinder soll nur wenige Millimeter über den Beschlag hinausstehen. Zu kurz, und der Schlüssel dreht schlecht; zu lang, und er bietet Angriffsfläche zum Abbrechen oder Ziehen. Gemessen wird deshalb an der Tür, nicht am alten Zylinder, der vielleicht schon falsch war. Den Tausch Schritt für Schritt zeigt der Ratgeber Türschloss wechseln.
Sicherheit: worauf Sie bei einem Profilzylinder achten
Den einen „sichersten“ Zylinder gibt es nicht: Es zählt das Zusammenspiel aus Zylinder, Beschlag und Tür. Achten Sie vor dem Kauf auf diese Merkmale:
- Bohrschutz: gehärtete Einsätze erschweren das Aufbohren;
- Ziehschutz und Abbrechschutz: schützen, wenn jemand den Zylinder herausziehen oder abbrechen will;
- Schutz gegen Picking und Schlagschlüssel: gegen Techniken, die ohne passenden Schlüssel öffnen;
- geschützter Schlüssel: Nachschlüssel nur mit Sicherungskarte;
- Klassifizierung: DIN EN 1303 und DIN 18252 beschreiben Dauerhaftigkeit und Widerstand; die Klasse steht in den Unterlagen des jeweiligen Produkts.
Polizeiliche Beratungsstellen empfehlen in der Regel einen Zylinder mit Bohr- und Ziehschutz zusammen mit einem Schutzbeschlag, der den Zylinder abdeckt. Der beste Zylinder nützt wenig, wenn die Tür schwach ist oder schlecht schließt.
Wann tauschen und was es kostet
Getauscht wird, wenn Schlüssel verloren gingen oder unklar ist, wie viele Kopien unterwegs sind, beim Einzug, wenn der Schlüssel durch Verschleiß hakt oder wenn Sie mehr Schutz wollen. An einer Tür, die gut schließt, ist der Tausch einfach: Stulpschraube lösen, Schlüssel leicht drehen, bis der Schließbart im Gehäuse verschwindet, Zylinder herausziehen, neuen Zylinder in der richtigen Länge einsetzen.
Der Preis hängt vor allem von Sicherheitsstufe, Länge, Zahl der Schlüssel und Schlüsselschutz ab. Kommt ein Schlüsseldienst, kommt der Einsatz dazu. Bei Sicherheitstüren gehört auch der Schutzbeschlag in die Rechnung, falls er getauscht werden muss.
Der smarte Profilzylinder: DORY
Wenn der Zylinder ohnehin raus muss, können Sie ihn durch einen smarten Zylinder ersetzen. 1Control DORY ersetzt nur den Profilzylinder: kein Bohren, keine Kabel, Schloss und Tür bleiben. Montiert wird er wie ein normaler Zylinder: Schraube raus, alter Zylinder raus, DORY rein, Schraube rein.
So funktioniert er im Alltag:
- DORY hat zwei Knäufe: innen den elektronischen Knauf mit Elektronik, Batterien und einem kleinen Motor, außen den mechanischen Knauf mit dem Schlüssel;
- von außen dreht der Knauf frei durch, bis Sie die Öffnung per App, Smartwatch oder mit dem mechanischen Schlüssel freigeben; dann drehen Sie ihn selbst, und das Schloss schließt auf oder zu;
- von innen drehen Sie den Knauf immer, ohne Befehl;
- der mechanische Schlüssel bleibt und funktioniert auch bei leeren Batterien; die zwei CR2-Batterien halten etwa ein Jahr;
- vor der Montage messen Sie die Türstärke mit der Papp-Schablone aus der Packung und passen die Länge mit den mitgelieferten Verlängerungen an;
- für das Öffnen aus der Ferne und mit Alexa oder Google Home brauchen Sie 1Control LINK;
- DORY ist für 10 Nutzer und hat 5 mechanische Schlüssel; DORY MINI für 2 Nutzer, mit 3 Schlüsseln.
Zwei Bedingungen: Die Tür braucht einen Profilzylinder; ein Bartschloss muss zuerst umgerüstet werden. Und ist der Zylinder durch einen Defender (eine Zylinderschutzrosette) geschützt, lässt sich DORY nur mit dem Defender von 1Control montieren; kein anderer Defender ist kompatibel. Maße und alles Weitere prüfen Sie im DORY-Kompatibilitätscheck.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Profilzylinder und Doppelzylinder?
Der Doppelzylinder ist eine Bauform des Profilzylinders: Er hat auf beiden Seiten ein Schlüsselloch. Weitere Bauformen sind Knaufzylinder (innen Knauf) und Halbzylinder (Schlüssel nur auf einer Seite). Das Profil ist bei allen gleich.
Woher weiß ich, welchen Schließzylinder ich brauche?
Messen Sie an der Tür von der Mitte der Stulpschraube nach außen und nach innen, zum Beispiel 30/35 mm. Der Zylinder soll nur wenige Millimeter über den Beschlag hinausstehen. Dazu kommen Bauform und Schutzmerkmale.
Welche Schließzylinder empfiehlt die Polizei?
Polizeiliche Beratungsstellen raten in der Regel zu Zylindern mit Bohr- und Ziehschutz, kombiniert mit einem Schutzbeschlag, der den Zylinder abdeckt, und zu einem Zylinder in der richtigen Länge. Die Klassen nach DIN EN 1303 und DIN 18252 stehen in den Produktunterlagen.
Was bedeuten gleichschließend und einzelschließend?
Gleichschließende Zylinder öffnen alle mit demselben Schlüssel, etwa Haustür und Kellertür. Einzelschließend heißt: Jeder Zylinder hat seinen eigenen Schlüssel.
Kann ich einen Profilzylinder durch einen smarten Zylinder ersetzen?
Ja, wenn die Tür kompatibel ist. 1Control DORY ersetzt nur den Profilzylinder, ohne Bohren, und behält den mechanischen Schlüssel. Mit Defender lässt er sich nur mit dem Defender von 1Control montieren. Die Kompatibilität prüfen Sie im DORY-Check auf der 1Control-Website.
Fazit
Der Profilzylinder ist das am einfachsten zu tauschende Teil der Tür: eine Schraube, die richtige Länge, ein paar Minuten. Ihn zu erkennen, richtig zu messen und die passenden Schutzmerkmale zu wählen, macht bei der Sicherheit den Unterschied. Wenn Sie ihn tauschen, ist es auch der richtige Moment für einen smarten Zylinder: Starten Sie mit dem DORY-Kompatibilitätscheck und, für den Überblick, mit dem Ratgeber zum elektronischen Türschloss.